Linux für Dummies

Willemers Informatik-Ecke



Linux für Dummies


2018-01-22
2017 erscheint erstmals "Linux für Dummies" aus meiner Feder. Ich gebe zu, dass ich mich vorgedrängelt habe, um es zu schreiben, weil ich dieses Buch wichtig finde. Gerade interessierte Anfänger werden dieses Buch kaufen, um ohne Vorkenntnisse auf Linux zuzugehen. Weil ich Linux für eine sehr wichtige Entwicklung halte, wollte ich Anfängern den Zugang erleichtern.

Falls der Leser zuvor mit Windows oder Macintosh nicht zurecht kam, kann ich nicht voraussetzen, dass er eines von beiden beherrscht. Ich behaupte, dass Linux keinesfalls schwieriger zu bedienen ist, aber eben anders. Viele meiner Verwandten und Freunde verwenden inzwischen Linux und ich habe weniger Rückfragen, Wartungsaufträge oder Beschwerden als zu der Zeit, als sie noch Windows verwendeten.

Ich habe das Buch so geschrieben, dass man einem Computer-Anfänger mit Interesse an Linux das Buch und einen PC in die Hand drücken kann und er möglichst schnell damit umgehen kann. Das hat allerdings die Konsequenz, dass sich der eine oder andere Experte bei der Lektüre langweilen wird.

Auf dieser Seite möchte ich Ergänzungen und Korrekturen sammeln, die es nicht ins Buch schaffen, sei es aus zeitlichen Gründen oder weil der Platz zwischen den Deckeln einfach begrenzt ist. Natürlich setzen die Anmerkungen voraus, dass man den Inhalt von Linux für Dummies greifbar hat.

Ich befasse mich nicht erst seit gestern mit Linux, sondern seit 1993. Auf meiner Informatik-Ecke habe ich meine Erfahrungen stichwortartig gesammelt. Für Linux-Benutzer ist da vor allem der Linux-Bereich interessant.

Installation

Die Installation ist der komplizierteste Teil von Linux. Aber da steht Linux nicht allein. Die Installation von Windows ist keineswegs einfacher. Allerdings ist Windows meist schon bei Auslieferung auf dem Gerät. So befasst sich der normale Anwender eben nicht damit.

Wenn Sie bei der Installation von Linux Probleme haben, lassen Sie sich helfen. Sollten Sie im Bekanntenkreis niemanden kennen, sollten Sie schauen, ob es in Ihrer Region nicht eine Linux-User-Group gibt. Die Treffen sind öffentlich und die meisten Mitglieder freuen sich ehrlich, einem Interessierten beim Linux-Start zu helfen. Geben Sie "Linux User Group" in Kombination mit einer näheren Stadt in Ihre Lieblingssuchmaschine ein und nehmen Sie Kontakt auf!

Grafikkarten

Viele Computer besitzen eine auf dem Motherboard verbaute Grafik. Wenn Sie keinen Laptop haben, können Sie eine spezielle Grafikkarte einbauen, die den Grafikbereich beschleunigt. Tatsächlich benötigen aber nur bestimmte Spiele zwingend eine solche Grafikkarte.

Intel-Grafik

Wenn Sie die Wahl haben, ist eine Intel-Grafik die angenehmste Basis für eine Linux-Installation. Sie besitzt zwar keine herausragenden Beschleunigungs- und 3D-Qualitäten, reicht aber für die üblichen Einsätze unter Linux, auch im Multimediabereich völlig aus.

Die meist in den Computern fest verbauten Intel-Grafiksysteme benötigen keinerlei Eingreifen während der Installation.

NVidia

Wenn Sie eine NVidia-Grafik in Ihrem System eingebaut haben, wird Linux dafür automatisch den quelloffenen Treiber Nouveau installieren. Da NVidia seine Geheimnisse für sich behält, ist Nouveau derzeit etwas schwach auf der Brust. So beherrscht das Gerät nicht einmal den Umgang mit mehreren Monitoren.

Viele Linux-Versionen unterstützen Sie dabei, den nicht offenen Treiber von NVidia zu installieren. Dieser hat den Vorteil, dass er auch die Beschleunigung und die 3D-Fähigkeit der Karte unterstützt. Damit ist es dann auch möglich, mehrere Monitore an einem Computer zu betreiben.

Einmal installiert, schiebt der NVidia-Treiber den Nouveau-Treiber auf die Blacklist der Module (/etc/modules.d). Sollte also der NVidia-Treiber einmal versagen, greift auch der Nouveau-Treiber nicht mehr, so dass Sie plötzlich eine Standard-VGA-Auflösung von 640 x 480 haben.

Wenn Sie also darauf verzichten können, sollten Sie die Verwendung von NVidia-Karten vermeiden, solange sich NVidia nicht intensiver um eine Linux-Kompatibilität bemüht.

Probleme mit WLAN-Adaptern

Wenn ein WLAN-Adapter zunächst funktioniert und dann nach einer längeren Pause plötzich nicht mehr, kann das Power-Management des Adapters dahinter stecken.

Zunächst stellt man fest, welche Anschlüsse im Gerät vorhanden sind.

netstat -i
Die WLAN-Adapter fangen typischerweise mit wl an. Typische Namen sind wlan0 oder wlo2. Als Supervisor kann man mit dem Befehl iw erfahren, ob das Power-Managment für den WLAN-Adapter aktiv ist.
iw wlo1 get power_save
Power save: on
Mit dem folgenden Befehl lässt sich das Power-Management abschalten:
sudo iw dev wlo1 set power_save off

Dauerhaftes Abschalten der Energiesparfunktion

Nun wird es interessant, welcher Treiber hinter dem WLAN-Adapter steckt. Das ermittelt man beispielsweise durch Beobachtung der Log-Datei beim Einstecken des USB-Adapters.
tail -f /var/log/syslog
In meinem Fall war es ein Edimax-WLAN-USB-Adapter mit einem Chip RTL8192. Er verwendet den Treiber rtl8192cu. Um die Treiberparameter zu setzen, wird eine Datei mit dem Namen rts8192cu im Verzeichnis /etc/modprobe.d angelegt. Darin hinterlegt man den folgenden Befehl:
options 8192cu rtw_power_mgnt=0 rtw_enusbss=0

Nicht alles auf Deutsch

Unter Ubuntu und Linux Mint kann es sein, dass einige Texte trotz Auswahl Deutsch noch auf Englisch sind. Ubuntu lädt bei der Installation nicht immer die vollständigen deutschen Bibliotheken. Wenn man in den Systemeinstellungen in den Dialog Sprachen geht, meldet das System, dass noch etwas nachzuinstallieren wäre. Das sollte man anstoßen.

Bei Ubuntu MATE findet man dies unter System | Einstellungen | Persönlich | Sprachen

Sind nur Firefox oder Thunderbird auf englisch, fehlen deren deutsche Pakete. Für Firefox heißt dies firefox-locale-de und für Thunderbird thunderbird-locale-de.

Windows-Installation zerstört Boot-Menü

Bei einem Dual-Boot-System kann es schon einmal passieren, dass Windows neu installiert werden muss. Sei es, dass es von Windows 8 auf Windows 10 geht, oder wie bei mir, weil sich das Windows derart beim automatischen Update zerlegt hat, dass es zerstört war und neu installiert werden musste. Nach dem reparierten Windows startet nur noch Windows. Linux ist kaputt.

Nein, nicht wirklich. Nur das Boot-Menü wurde zerstört. Das kann man sich aber wieder zurückholen.

Das Windows-Opfer war ein recht neuer Laptop (Fujitsu) mit UEFI. Für Windows legt das UEFI extra einen Bootnamen ein. Für ein installiertes Linux aber auch. In meinem Fall hieß es schlicht ubuntu. Man erreicht es, indem man per F12-Taste das rechnereigene Boot-Menü aufruft. Bei HP ist das F9 oder F10 und bei anderen PCs muss man versuchen, die Meldung zu lesen, die beim Start über den Bildschirm flutscht.

Tatsächlich findet man dort den Booteintrag von Linux und kann so natürlich auch das Linux wieder starten.

Will man das Grub-Boot-Menü wieder herstellen, bootet man zunächst Linux. Dann ruft man das Terminal auf und holt sich eine root-Konsole:

sudo -s        (Ubuntu, Linux Mint)
su -           (Debian und andere)
Dann fordert man einfach die Rekonstruktion des Grub-Boot-Menüs an.
update-grub
Nacheinander erscheinen die verschiedenen Systeme auf der Platte. Nach einem Reboot erscheint das Menü aber vielleicht nicht. Das liegt daran, dass Windows seinen Eintrag im UEFI nach vorn gedrängelt hat. Also muss man ins UEFI (BIOS). Bei Fujitsu geht das über F2, bei anderen über die Entf-Taste oder auch über F9, F10 oder ... Am besten man schaut mal auf die vorbeiflutschenden Meldungen beim Booten.

Im UEFI kann man unter Boot die Reihenfolge ändern und dort ubuntu vor das Windows schieben. Dann UEFI verlassen (mit Speichern natürlich) und neu booten. Dann sollte das Grub-Boot-Menü wieder da sein.


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