Virtualbox
Willemers Informatik-Ecke
Virtualbox erlaubt den Betrieb eines virtuellen PCs in einem Fenster. Auf diesem virtuellen PC lassen sich beinahe alle Betriebssysteme installieren, so dass beispielsweise Systemstände getestet werden können.

Durch das Starten mehrerer virtueller Maschinen lässt sich auf dem Gastgeber-PC ein lokales Netzwerk simulieren.

VirtualBox und sein Gastgeber

Seine Konfiguration legt Virtualbox in einem Verzeichnis namens .VirtualBox ab. Dieses Verzeichnis befindet sich im Benutzerverzeichnis. Bei Linux ist dies /home/user Unter Windows befindet es sich unter C:\Benutzer\user, wenn der Anwender user heißt.

In der Konfiguration merkt sich VirtualBox beispielsweise, welche virtuellen Maschinen definiert sind und wo sich sein Arbeitsverzeichnis befindet.

Arbeitsverzeichnis

Der Inhalt der eigentlichen virtuellen Maschine befindet sich in DVI-Dateien, die sich typischerweise im Verzeichnis VirtualBox VMs befinden. In älteren Versionen befanden sich diese aber auch unterhalb des Verzeichnisses .VirtualBox. Unter Linux sind Dateien und Verzeichnisse, die mit einem Punkt beginnen standardmäßig unsichtbar.

Das Arbeitsverzeichnis kann über das Menü Datei|Eigenschaften|Allgemein|Voreingestellter Pfad für VMs geändert werden.

Virtuelle Boxen von anderen Orten

Über den Menüpunkt Maschine|Hinzufügen erreichen Sie einen Dateiauswahldialog. Damit können Sie eine virtuelle Maschine auf Ihrem Dateisystem auswählen. Dieser wird dann der Liste der virtuellen Maschinen hinzugefügt und kann von dort verwaltet werden.

Gast-Erweiterungen

Die Betriebssysteme benötigen auch für eine virtuelle Umgebung die passenden Treiber. Diese nennt VirtualBox Gasterweiterungen.

Einrichtung unter Linux als Gastsystem:

sudo apt-get install dkms build-essential linux-headers-generic
Nun zum Ort, an dem die Gasterweiterungen als ISO-Datei eingehängt ist. Aus Sicht des Gasts ist dies ein CDROM-Laufwerk. Dort startet man das Programm VBoxLinuxAdditions.run als root.
sudo VboxLinuxAdditions.run
Alternativ gibt es für den Gast Downloads auf der Download-Seite von Oracle.

Einhängen des Shared Verzeichnisses

Voraussetzung ist die Installation der Gasterweiterungen.

mount -t vboxsf share /home//host

Netzwerk

Nach der Erstellung einer virtuellen Maschine wird deren Netzwerkschnittstelle auf NAT eingestellt. Das bedeutet, dass der Host wie ein Router arbeitet. Die virtuelle Maschine erhält eine IP"=Adresse aus dem Bereich 10.0.2.0/24 und kann über das Standard-Route 10.0.2.2 nach außen Kontakt aufnehmen. Dies reicht, um als Client im Internet aktiv zu werden, aber nicht, um im lokalen Netzwerk zu arbeiten oder gar einen Dienst darin anzubieten.

Mit einer Netzwerkbrücke kann die virtuelle Maschine als eigenständiger Computer am lokalen Netzwerk teilnehmen. Dabei wird sie über ihre eigene MAC eine eigene IP-Adresse anfordern. Die Netzwerkbrücke bezieht sich immer auf eine Hardware-Adresse des Gastgeber-Hosts, typischerweise eth0. Wenn dieser allerdings einmal die Netzwerkkarte geändert hat, heißt diese eth1. Diesen Wechsel bemerkt die virtuelle Box nicht. Die Netzwerkumgebung muss noch einmal aufgerufen werden und stellt sich dann automatisch auf die verfügbaren Netzwerkkarten ein.

Mounten eines Disk-Images

Die vdi-Datei wird in ein gewöhnliches Image kopiert und dann per mount eingebunden.
VBoxManage clonehd --format RAW meineMaschine.vdi meineMaschine.img
mount -t ext3 -o loop,rw ./meineMaschine.img /mnt

Klonen

In der Liste auf der linken Seite sehen Sie die vorbereiteten virtuellen Maschinen.
  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die virtuelle Box, die Sie klonen wollen.
  2. Wählen Sie Klonen.
  3. Es wird der Name der virtuellen Maschine mit dem Zusatz -Klon vorgeschlagen.
  4. Sie können einen vollständigen Klon erzeugen, der naturgemäß genauso groß ist, wie das Original. Wollen Sie allerdings einen Klon erzeugen, damit das Original nicht verfälscht wird, empfielt es sich, einen verknüpften Klon zu verwenden. Dieser belegt deutlich weniger Festplattenplatz.
  5. Klicken Sie auf Klonen.

Exportieren und Importieren

  1. Unter Datei|Alliance exportieren können Sie virtuelle Maschinen exportieren.
  2. Es erscheint eine Liste. Daraus wählen Sie die gewünschte Maschine durch Anklicken aus (mit Strg-Taste auch mehrere).
  3. Weiter anklicken.
  4. Neben Datei sehen Sie einen Browse-Button. Damit wählen Sie den Zielort aus.
  5. Geben Sie einen Dateinamen an.
  6. Weiter anklicken.
  7. Sie sehen noch einmal eine Zusammenfassung und klicken \menue{Exportieren}.
  8. Der Balken deutet schon an, dass jetzt Daten im Gigabyte-Bereich fließen.
Es entsteht eine Datei mit der Endung ova. Diese Datei können Sie auf einem externen Speicher ablegen und diesen an einen anderen Computer anschließen.

Import

Wenn Sie diese Datei mit der Dateierweiterung .ova doppelt anklicken, erscheint VirtualBox und bietet einen Import an. Dazu werden die virtuellen Maschinen in dem lokalen Verzeichnis der VirtualBox erzeugt.

Virtuelle Maschinen komprimieren

Dieser Artikel beschreibt, wie man eine VirtualBox VDI-Datei komprimiert, um sie zu archivieren.

Aus einer Festplatte eine virtuelle Maschine erstellen

Das Standard-Linux-Tool dd kann einen Datenträger blockweise abziehen und in eine Datei kopieren. Dies ist ein sogenanntes Raw-Image.
dd if=/dev/sdb of=platte.dd
Wir wollen das Image nun VirtualBox schmackhaft machen. Dazu muss es mit dem Programm VBoxManage konvertiert werden.
VBoxManage convertfromraw platte.dd platte.vdi
Anschließend wird die Virtualbox gestartet und eine neue Maschine angelegt. Wir lassen uns durch den Assistenten leiten. Statt eine Festplatte zu erzeugen, wird allerdings eine "Vorhandene Festplatte verwendet" und dann über das kleine, unscheinbare Verzeichnissymbol rechts die neu entstandene Datei platte.vdi ausgewählt. Mit dem Button Erzeugen geht es weiter.